Mitten in der Nacht ist es soweit: nach zweieinhalb ungeheuer spannenden, aufregenden und lehrreichen Monaten in Australien betreten wir NEU-LAND. Ähm, ich meine natürlich NEU-SEE-LAND! ;-) Die Abfertigung im Flughafen Christchurch verläuft ähnlich derer von Australien. Alles muss angegeben werden, was potentiell neue Arten oder Kleinstlebewesen einführen könnte. Normalerweise kein Problem. Hat man Früchte dabei - haben wir nicht. Tiere - auch nicht. Waffen - sicher nicht. Tauchsachen oder Campingausrüstung - oh Mist, beides dabei. Pflichtbewusst geben wir natürlich alles an und sind gespannt, was jetzt passiert. Glücklicherweise haben wir scheinbar kein allzu schlimmes Gefahrgut dabei, denn der Beamte lässt uns nach Überprüfung unserer Liste und einem kritischen Blick auf unsere "Wanderschuhe" (er sagt das auf Deutsch!) passieren und wir sind kurz nach Mitternacht eingereist (jippi, dadurch können wir einen Tag länger im Land bleiben ;-)). Vom Flughafen geht es in die Stadt. Wir müssen dringend schlafen, denn für den nächsten Tag steht nur eines auf unserer To-Do-Liste: der Autokauf!
Wir hatten uns nach all unseren Erfahrungen in Australien dazu entschlossen, dass es die praktischste, hilfreichste und günstigste Möglichkeit ist, uns ein eigenes Auto zu kaufen, in dem wir auch schlafen können und dieses am Ende unserer Neuseelandreise einfach (hoffentlich!) wieder zu verkaufen. Vorab haben wir schon ein paar Besichtigungs- und Probefahrttermine vereinbart, also stiefeln wir nach einem kleinen Frühstück fröhlich los. Nicht ganz acht Stunden, viele Fuß-Kilometer, Probefahrten, Verhandlungs- und Reisetippsgespräche später haben wir IHN gefunden: Eddi, unseren Nissan Elgrande. Das intelligentest gebaute und praktisch durchdachteste Auto, dass wir je gesehen haben und das, obwohl es schon 2006 gebaut wurde! Volltreffer!!! Wir sind restlos begeistert, zumal ich gerade so der Länge nach im Kofferraum Platz habe, nachdem man Sitz Nr. 6 und 7 vollständig zu den Fenstern hoch(!)klappen kann. Der Wagen ist eigentlich kein Campervan, aber es lassen sicht trotzdem die Sitze der mittleren Reihe drehen und der Mittelsitz zu einem Tisch umfunktionieren, der durch den ganzen Kofferraum gefahren werden kann. Genial, oder? Und da haben wir noch gar nicht vom Bordentertainment, der elektrischen Schiebetüre, den an jedem noch so versteckten Platz befindlichen Stauraum und dem witzigsten Highlight gesprochen: alles (Knöpfe, eingebautes Navi, Erklärungen) ist auf Japanisch ge- und beschrieben und kann in keine andere Sprache gewechselt werden ;-). Das liegt ganz einfach daran, dass Neuseeland so ziemlich alle Autos aus diesem asiatischen Land importiert - na dann: こんにちわ (kon'nichiwa)!
Wir vereinbaren also den Abholungstermin für den nächsten Vormittag, sodass die WOF (Warrent of Fitness = soetwas wie der TÜV) nochmal neu gemacht werden kann, die hier je nach Alter des Autos dann ein halbes oder ein ganzes Jahr gültig ist. Völlig k.o., aber sehr zufrieden gehen wir noch zum ersten Mal in unserem Leben super lecker philippinisch essen, fallen dann in unser Motelbett und träumen vom Roadtripstart mit unserem eigenen Auto.
Vorerst sollte es am nächsten Tag dann auch bei einem Traum bleiben. Frohen Mutes erreichen wir nach Hannis Geburtstagsfrühstück den richtigen Verkäufer/Händler. Am Tag zuvor hat alles ein Kollege von einem anderen Autohaus gemanaget - vielleicht hätten wir da schon stutzig werden sollen - der uns sagt, dass es wohl noch dauern werde, weil so viel bei der WOF-Stelle los sei. Also warten wir und warten und warten und warten... bis gegen Mittag die Nachricht kommt, dass unser Auto jetzt dran ist und es nicht mehr lange dauern kann. Also warten wir und warten und warten... und dann kommt es: etwas ist am Auto defekt und muss repariert werden. Erst heißt es, wir können Eddi trotzdem haben und müssen dann in ein paar Tagen nochmal in die Werkstatt, wenn das Teil da ist. Dann ändert sich alles, weil das Auto ohne diesem Teil auch keine vorübergehende WOF bekommt. Aussage: das Teil kommt morgen und wir können das Auto dann abholen. Während dem ganzen Warten hatten wir allerdings schon eine Sunset-Kajak-Tour zu Seelöwen, Robben und Delphinen sowie einen Campingplatz 2h nördlich von Christchurch gebucht - um Hannis Geburtstag zu feiern. Das konnten wir uns also abschminken, mittlerweile war es schon zu spät, um dort noch rechtzeitig anzukommen. Der Autoverkäufer gibt uns stattdessen einen Leihwagen und wir machen uns am späten Nachmittag auf die Suche nach einer Unterkunft und finden ein wirklich sehr hübsches Boutiquehotel. Als wir vor dem Hotel stehen erhalten wir jedoch einen Anruf von der Webseite, über die wir gebucht hatten, mit der Info: das Hotel hat leider doch kein Zimmer mehr frei, sie würden uns stattdessen in ein anderes Hotel umbuchen. Dieses entpuppte sich jedoch als ein mehr also nur kleines Downgrade und nach langen Verhandlungen wurde uns dann doch eine schöne Unterkunft genehmigt. Wir waren echt mit den Nerven durch. Hanni hatte, Gott sei Dank, schon am frühen Nachmittag beschlossen, ihren Geburtstag einfach auf ein paar Tage später zu verschieben und hat für diesen Tag mit verhandlerischem Geschick geglänzt: einen Autorabatt wegen der Umstände und ein teureres Hotel. Wir gehen noch schön essen direkt am Flussufer mitten in Christchurch und genehmigen uns danach einen gemütlichen Serienabend im Hotel.
Wer hätte das noch gedacht: am nächsten Tag können wir tatsächlich unser Auto abholen. Zwar nicht, wie wegen den Unannehmlichkeiten versprochen, einmal grundgereinigt, aber das ist uns jetzt einfach egal. Hauptsache wir kommen endlich los. Das Wetter hat mittlerweile leider umgeschlagen. Während es die Vortage sonnig-warme 27/28 Grad hatte, gab es in der Nacht einen Temperatursturz auf 11 Grad und windigen Nieselregen. Wir beschließen, bevor wir in unser Auto einziehen und uns alles selber dazu kaufen, es erst einmal putzen zu lassen. Währenddessen schauen wir uns Christchruch ein bisschen an. Auffallend ist dabei, dass in der Innenstadt riesige Flächen brach liegen oder als Grünanlagen neu angelegt wurden - wir vermuten, dass das die leerste Innenstadt der Welt sein dürfte. Der Grund dafür ist jedoch sehr traurig: die Flächen wurden durch den Einsturz von Häusern beim verheerenden Erdbeben 2011 frei. Darüber hinaus ist es aber ein ganz nettes Städtchen, durch das man sehr schön durchschlendern kann. Es gibt sehr moderne neue Stadtviertel, vieles in ist in schwarz-weiß gehalten und die Parks geben der Stadt ein grünes Flair.
Nach dem Stadtbummel holen wir unser Auto wieder ab und können es kaum fassen: wir können endlich los!
Nachtrag: Ein paar Tage später landen wir dann doch wieder bei unserem Autoverkäufer. Es hatten sich einige Mängel herausgestellt, die unter die Garantie fallen, die man uns handschriftlich auf der Rückseite der Visitienkarte gegeben hatte. Unter anderem ist der Kofferraumdeckel undicht, die Tankanzeige funktioniert nicht usw. Diese Sachen wollen wir beheben lassen, was auch, oh Wunder, ohne Probleme in Kürze erledigt wird :-). Wir kriegen sogar noch einen Autokauf-Vertrag, nachdem wir mehrfach gefragt hatten, ob wir nicht doch irgendetwas unterschreiben könnten.
Ps: Alles in allem sind wir aber heilfroh, uns ein eigenes Auto gekauft zu haben. Wir genießen es sehr, unser eigenes kleines zu Hause auf Rädern immer dabei zu haben! Und das Beste ist, dass es bürokratisch überhaupt kein Problem ist in Neuseeland ein Auto zu erwerben, da die Um- und Anmeldung in weniger als 15 Minuten erledigt ist. Das ist echt genial unkompliziert!
WIR SUCHEN EINEN HOF
In aller Kürze
1. 4-10 Hektar landwirtschaftliche Flächen mit kleinem Haus gesucht
2. in Oberbayern oder der Bretagne
3. Wir sind ein motiviertes, hart arbeitendes und gut gelauntes bayerisches Paar.
Was wir suchen
Wir suchen möglichst zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen, circa 4 bis 10 Hektar mit einem kleinen Wohngebäude oder der Möglichkeit ein kleines Haus zu bauen. Weitere Schuppen, Geräte etc. sind sehr willkommen.
Gemüse- und Obstanbau, Imkerei und Kleintierhaltung wäre unsere Vorstellung, Hannis zukünftige Pferdekoppel nicht zu vergessen.
Für uns ist nur ökologischer Landbau als Bewirtschaftungspraxis denkbar – ein Hof in Umstellung, oder einen Hof, den man umstellen kann, wären aber ebenfalls super.
Wer wir sind
Wir sind ein junges Paar Anfang dreißig auf der Suche nach einem Bio-Hof, den wir in Zukunft bewirtschaften wollen. Tobi ist von Hauptberuf Seelsorger und hat, neben mehreren Almsommern, bereits das Bildungsprogramm Landwirt erfolgreich absolviert. Hanni war in den letzten Jahren Geschäftsführerin des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und beschäftigt sich seit langer Zeit mit Landwirtschaft & Umweltschutz. Zusammen haben wir 2022 die Halsalm im Nationalpark Berchtesgaden mit Milchkühen, Jungtieren, eigener kleiner Käserei und Almausschank bewirtschaftet. Derzeit sind wir weltweit unterwegs und lernen auf Biohöfen mehr über die praktische Landwirtschaft – von der Arbeit mit der Motorsäge bis zur Blaubeerernte.
Die Freude, eigenes Gemüse/Obst anzubauen, mit Tieren zu leben und täglich in der Natur zu sein, ist für uns ausschlaggebend geworden, um in die praktische Landwirtschaft zu gehen. Wir sind nicht blauäugig, sondern sehr überlegt, wir sind zufrieden ein körperlich anstrengendes Leben auf dem Land zu führen und wir sind glücklich, dass wir zu zweit diese Lebensweise verwirklichen wollen. Sowohl eine Neben- als auch Vollerwerbslandwirtschaft sind denkbar.
Wo
Am liebsten würden wir in der Nähe unserer Familien und Freunde bleiben, das bedeutet im südlichen Oberbayern: nördliche Grenze in etwa die A8 nach Salzburg, westliche Grenze wäre das Allgäu, östlich und südlich könnten es auch ein wenig nach Österreich hineingehen. Sollte jemand ein Grundstück in der Bretagne kennen, das in Meeresnähe liegt, wäre das ebenfalls eine realistische Option.
Finanzierung
Leider sind wir keine Millionäre – daher sind wir darauf angewiesen, dass entweder jemand unsere Idee eines nachhaltigen Hofs super cool findet und uns einen tollen Preis macht oder dass wir uns mit den bisherigen Besitzer*innen auf ein Leibrentenmodell oder eine Pacht einigen. Oder wir finden eine Stiftung oder ein alternatives Finanzierungsmodell, mit denen wir Land kaufen können oder es für eine Institution bewirtschaften. Ideen und Kontaktaufnahmen herzlich willkommen.
Weitere Ideen
Die Zusammenarbeit mit Schulen, die Belieferung einer Ökokiste, ein kleines Hofcafé, ein Stand auf Wochenmärkten, internationale Programme wie Wwoof (wordwide opportunities on organic farms), politisches Engagement für die Region – oder für ganz Europa im Bereich einer enkeltauglichen Landwirtschaft sind für uns denkbar!
Jetzt brauchen wir eure Hilfe
Bitte haltet die Augen und Ohren offen und meldet euch bei uns – auch wenn die Ideen für eine Hof-/Finanzierungsübernahme oder eventuelle Kontakte weit entfernt erscheinen. Jede kleinste Möglichkeit kann uns weiterhelfen und wir sind bereit all diesen Tipps zu folgen, um einen Hof in unserer Heimat oder Wahlheimat zu finden.
Vielen, vielen herzlichen Dank schon einmal an euch ALLE für alle Hinweise und Ideen und bis hoffentlich ganz bald auf unserem eigenen Bio-Hof!
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