... machen Mühe! Wie habe ich noch gelacht über diesen Spruch, als ein Arbeitskollege ihn mir zum Abschied geschickt hatte. Heute lächle ich etwas geschmerzt über diesen kleinen Witz, der eine große Wahrheit enthält ;-).
Es hat etwas gedauert, diesen Blogeintrag zu schreiben. Allerdings nicht, weil nicht viel erlebt hätten, oder weil ich nicht gewollt hätte. Aber jede freie Minute habe ich versucht, zu schlafen! Denn:
(Hier nun die Kurzfassung, die ich neulich meinen früheren Chefs per Mail geschickt habe)
"Ich wollte schon lange euch allen mal ein Update schicken, aber besagte Zeitnot hält mich etwas davon ab.
Boris hatte absolut Recht mit seinen Wünschen - uns tut einiges weh, mir war nicht klar, dass man wohl Muskelkater in den Händen haben kann! Meine Tippfähigkeiten leiden etwas, könnte auch an der dicken Hornhaut liegen, die sich derzeit an manchen Fingern entwickelt.
Aber: es geht uns prima! Tatsächlich ist die Zeitnot nicht mit Stress gleichzusetzen. Wir haben einfach von morgens um 04:30 bis abends um 20 Uhr gut zu tun. Kühe holen, Melken, Käsen - Gäste bewirten - Kühe holen, Melken, Käsen. Und dazwischen unendlich viel Spülen (Geschirr, Käsezeug, Melkzeug etc.). Es ist eine völlig andere Art des Arbeitens und sie macht zufrieden auf ihre eigene, wiederkehrende, aber nicht eintönige Art.
Hier nun in aller Kürze: die Kühe sind toll, die Kälbchen hinreißend (finden sie wohl bei mir auch, sie knabbern gerne an mir), unsere Bauernfamilie ein absoluter Glücksgriff, das Bayrisch äußerst ausgeprägt, die Gäste überwiegend sehr freundlich und sehr interessiert, unsere privaten Besucher absolut begeistert, der erste Käse ist reif, die Töpfe mit Milch unendlich schwer, der Misthaufen zur Hälfte gefüllt, alle Klamotten nach fünf Minuten dreckig (Mist, Kuhhaare, Essen, Spülmittel, Käselauge etc.), der Ausblick grandios, abends ist es still und tagsüber umtriebig. Wir sind mitten im Nationalpark, mitten in den Debatten über den Wolf und ob er hierher gehört, schlafen zum Gebimmel von Kuhglocken, laufen in Dirndl und Lederhosen rum und sind glücklich."
Wir wollen euch aber auch gerne etwas ausführlicher über die einzelnen Tätigkeiten erzählen, das werden wir jeweils in den einzelnen Blogeinträgen ausführen.
Heute mal dazu, wie unser täglicher Vormittag läuft, der Beginn eines normalen, verrückten Almtags:
Schwieriges Aufstehen um 4:30 Uhr, dann geht meist Tobi die Kühe holen (ich habe dabei neulich einen Nervenzusammenbruch gehabt bei Sturm, Regen und unauffindbaren Kühen), ich richte derweil das Melkgeschirr, das Käsegeschirr, den Ofen, die Futtereimer und viele weitere Kleinigkeiten her. Die Sonnenaufgänge werden immer schöner, das Wetter insgesamt auch.
Anschließend mache ich die Kühe im Stall fest und melke sie, Tobi beginnt mit dem Käse auf dem Ofen. Morgens backt einer von uns möglichst noch einen feinen Kuchen im unberechenbaren Holzofen mit Bio-Zutaten! Und danach wird geputzt was das Zeug hält: der Stall muss piccobello sein, da hier unsere Gäste durchgehen zum Brotzeit holen, das Käsegeschirr muss ebenfalls blitzsauber sein und schließlich ist noch der Boden im Lager dran, der durch das viele Hin- und Hergehen mit Stallschuhe durchaus etwas brauner ist als sonst.
Zu diesem Zeitpunkt versuchen wir, unser Frühstück zwischenzuschieben; am besten draußen mit wundervoller Aussicht auf die Raumsau und den Untersberg sowie unsere Kühe. Kleine Zwischenbemerkung: wir essen hier sehr leckere und unglaublich viel und trotzdem rutschen die Hosen ;-).
Und dann stehen meisten schon die ersten Wanderer vor uns, die sich freuen, dass sie gleich eine feine Brotzeit bekommen. Da ist es meisten gegen 10 Uhr.
Bei mir ist es neun Uhr, heute habe ich statt Kuchenbacken einen Blogeintrag dazwischen geschoben :-).
Bald berichten wir mehr über Kuhscheiße, Solaranlagen, Molke-Probleme und jede Menge Wehwehchen...
WIR SUCHEN EINEN HOF
In aller Kürze
1. 4-10 Hektar landwirtschaftliche Flächen mit kleinem Haus gesucht
2. in Oberbayern oder der Bretagne
3. Wir sind ein motiviertes, hart arbeitendes und gut gelauntes bayerisches Paar.
Was wir suchen
Wir suchen möglichst zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen, circa 4 bis 10 Hektar mit einem kleinen Wohngebäude oder der Möglichkeit ein kleines Haus zu bauen. Weitere Schuppen, Geräte etc. sind sehr willkommen.
Gemüse- und Obstanbau, Imkerei und Kleintierhaltung wäre unsere Vorstellung, Hannis zukünftige Pferdekoppel nicht zu vergessen.
Für uns ist nur ökologischer Landbau als Bewirtschaftungspraxis denkbar – ein Hof in Umstellung, oder einen Hof, den man umstellen kann, wären aber ebenfalls super.
Wer wir sind
Wir sind ein junges Paar Anfang dreißig auf der Suche nach einem Bio-Hof, den wir in Zukunft bewirtschaften wollen. Tobi ist von Hauptberuf Seelsorger und hat, neben mehreren Almsommern, bereits das Bildungsprogramm Landwirt erfolgreich absolviert. Hanni war in den letzten Jahren Geschäftsführerin des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und beschäftigt sich seit langer Zeit mit Landwirtschaft & Umweltschutz. Zusammen haben wir 2022 die Halsalm im Nationalpark Berchtesgaden mit Milchkühen, Jungtieren, eigener kleiner Käserei und Almausschank bewirtschaftet. Derzeit sind wir weltweit unterwegs und lernen auf Biohöfen mehr über die praktische Landwirtschaft – von der Arbeit mit der Motorsäge bis zur Blaubeerernte.
Die Freude, eigenes Gemüse/Obst anzubauen, mit Tieren zu leben und täglich in der Natur zu sein, ist für uns ausschlaggebend geworden, um in die praktische Landwirtschaft zu gehen. Wir sind nicht blauäugig, sondern sehr überlegt, wir sind zufrieden ein körperlich anstrengendes Leben auf dem Land zu führen und wir sind glücklich, dass wir zu zweit diese Lebensweise verwirklichen wollen. Sowohl eine Neben- als auch Vollerwerbslandwirtschaft sind denkbar.
Wo
Am liebsten würden wir in der Nähe unserer Familien und Freunde bleiben, das bedeutet im südlichen Oberbayern: nördliche Grenze in etwa die A8 nach Salzburg, westliche Grenze wäre das Allgäu, östlich und südlich könnten es auch ein wenig nach Österreich hineingehen. Sollte jemand ein Grundstück in der Bretagne kennen, das in Meeresnähe liegt, wäre das ebenfalls eine realistische Option.
Finanzierung
Leider sind wir keine Millionäre – daher sind wir darauf angewiesen, dass entweder jemand unsere Idee eines nachhaltigen Hofs super cool findet und uns einen tollen Preis macht oder dass wir uns mit den bisherigen Besitzer*innen auf ein Leibrentenmodell oder eine Pacht einigen. Oder wir finden eine Stiftung oder ein alternatives Finanzierungsmodell, mit denen wir Land kaufen können oder es für eine Institution bewirtschaften. Ideen und Kontaktaufnahmen herzlich willkommen.
Weitere Ideen
Die Zusammenarbeit mit Schulen, die Belieferung einer Ökokiste, ein kleines Hofcafé, ein Stand auf Wochenmärkten, internationale Programme wie Wwoof (wordwide opportunities on organic farms), politisches Engagement für die Region – oder für ganz Europa im Bereich einer enkeltauglichen Landwirtschaft sind für uns denkbar!
Jetzt brauchen wir eure Hilfe
Bitte haltet die Augen und Ohren offen und meldet euch bei uns – auch wenn die Ideen für eine Hof-/Finanzierungsübernahme oder eventuelle Kontakte weit entfernt erscheinen. Jede kleinste Möglichkeit kann uns weiterhelfen und wir sind bereit all diesen Tipps zu folgen, um einen Hof in unserer Heimat oder Wahlheimat zu finden.
Vielen, vielen herzlichen Dank schon einmal an euch ALLE für alle Hinweise und Ideen und bis hoffentlich ganz bald auf unserem eigenen Bio-Hof!
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